Amelie Baier
Vier Wochen in Avelan zu verbringen war ein sehr besonderes Geschenk. Olivers Gastfreundschaft, die Bemühungen des ganzen Teams und der atemberaubende Ort boten mir das beste Umfeld für einen kreativen Deepdive. Meine Projekte und Ideen hatten dort im wörtlichen Sinn Raum und Luft zu atmen, sichz zu entfalten. Außerdem habe ich mit den andern Teilnehmer*innen wirklich wundervolle Menschen kennengelernt, für wertvollen Austausch und eine entspannte gemeinsame Zeit. Rundum war es eine sehr bereichernde Erfahrung.
Amelie Baier
Amelie Baier ist Sängerin und arbeitet sowohl auf klassischen Opern- und Konzertbühnen als auch als Performerin und Klangkünstlerin. Sie studierte Gesang an der Universität der Künste Berlin sowie Kultur- und Musikwissenschaft an der Humboldt-Universität zu Berlin. Als Mezzosopranistin war sie Ensemblemitglied der Oper Bern und gastierte u. a. an der Deutschen Oper Berlin, dem Stadttheater Klagenfurt, der Philharmonie Berlin und dem Konzerthaus Berlin.
Forschend untersucht sie in interdisziplinären Settings die Ausdrucksmöglichkeiten der Stimme, Improvisation, Struktur und Klangfarbe. In performativen Formaten und Klangarbeiten verbindet sie klassische Technik mit experimentellen Ansätzen, oft in kollaborativen Kontexten. Arbeiten von und mit ihr wurden u. a. im Haus der Kunst München, an der Akademie der Künste Berlin sowie in Ausstellungs- und Performancekontexten der freien Kunstszene gezeigt.
Während ihres Aufenthalts in der LOA Residency arbeitet sie an einem neuen Konzertformat, dessen Ausgangspunkt Texte und Kompositionen von Mystikerinnen und Komponistinnen des Mittelalters sind.
Hengameh Yaghoobifarah
Spaziergänge im Grünen, frisches Gemüse vom kleinen Bioladen, Zeit zum Backen, Nature Sounds, endlose Billiard-Runden und neue Verbindungen zu anderen künstlerisch arbeitenden Leuten haben mir die nötige Inspiration gegeben, neue Gedanken für mein eigenes Schreiben zu schöpfen. Ich bin der LOA Residency sehr dankbar dafür, meinen Frühling mit dieser Erfahrung begonnen zu haben und auf so unterschiedlichen Ebenen ins Kreieren gekommen zu sein.
Hengameh Yaghoobifarah
Hengameh Yaghoobifarah ist Schriftsteller_in, Redakteur_in und DJ. Hengameh studierte Medienkulturwissenschaft und Skandinavistik in Freiburg und Linköping. Seit 2014 lebt Hengameh in Berlin, wo Hengameh 10 Jahre lang Redaktionsmitglied beim Missy Magazine war. Seit 2023 ist Hengameh Co-Herausgeber_in des mitgegründeten Delfi. Magazin für neue Literatur. Gemeinsam mit Fatma Aydemir gab Hengameh 2019 den literarischen Essayband Eure Heimat ist unser Albtraum heraus, der mittlerweile auf Englisch übersetzt wurde.
Die Romane Ministerium der Träume (2021) und Schwindel (2024) sowie der Kolumnenband Habibitus (2023) – eine Sammlung der zwischen 2016 und 2022 veröffentlichten taz-Kolumnen – erschienen bei Blumenbar. 2023 veröffentlichte der WDR außerdem Hengamehs erstes Hörspiel Unverpackt. Außerdem hostet Hengameh den Gesprächspodcast Auf eine Tüte.
Hengamehs Arbeit ist geprägt von queerer feministischer Analyse, Popkultur und Humor als Widerstandsstrategie.
Während der LOA Residency wird Hengameh an deren dritten Roman arbeiten, einem Episodenroman über das Ende der Welt.
Jan Koslowski
Zeit ohne Produktionsdruck, Deadlines oder ständige Erreichbarkeit. Stattdessen Zeit für Gespräche, gemeinsames Essen und konzentriertes Arbeiten. LOA schafft eine Atmosphäre, in der Ideen nicht sofort bewertet oder in konkrete Ergebnisse umgewandelt werden müssen, sondern zunächst Raum bekommen, sich zu entwickeln.
Jan Koslowski
Jan Koslowski, aufgewachsen in Berlin Prenzlauer Berg, arbeitet als Autor, Regisseur, Schauspieler. Er studierte Regie an der Akademie für Darstellende Kunst Baden Württemberg, Filmdramaturgie an der Filmakademie Baden Württemberg, in der Masterclass Regie an der Zürcher Hochschule der Künste und Theologie an der HU Berlin.Seine Stücke wurden unter anderem am Staatsschauspiel Stuttgart, Schauspiel Magdeburg, Schauspiel Frankfurt, Schauspielhaus Graz, Volkstheater Rostock, an der Volksbühne Berlin, im HAU Berlin, am Ballhaus Ost, an der Deutschen Oper Berlin, am Volkstheater München, am Neumarkt Theater Zürich, am Poche Theater in Genf sowie im Connecting Space Hong Kong gezeigt. Er war Teil der künstlerischen Leitung des Zürcher Hyperlokals und des Wanderbühnenprojekts STAGE. Gemeinsam mit einer Initiative Berliner Künstlerinnen und Künstler organisiert er die Festspiele am Plötzensee. Seine Texte erschienen unter anderem in den Magazinen Das Wetter und Nichts als Schönheit. 2020 veröffentlichte er im mit dem Deutschen Verlagspreis ausgezeichneten Korbinian Verlag sein Prosadebüt RABAUKEN, 2021 folgte die Fabel NÖ. Als Schauspieler war er unter anderem in dem postapokalyptischen Drama ENDE NEU von Leonel Dietsche, in dem Berlinale prämierten Film Millennials von Jana Bürgelin, in Stechen und Sterben an der Volksbühne Berlin sowie in Wo keine Götter sind walten Gespenster von Bastian Gascho zu sehen. Neben seiner Theaterarbeit führte er Regie bei verschiedenen fiktionalen und dokumentarischen Kurz- und Mittellangen Filmen. Sein erster Langspielfilm BRIGITTE REIMANN BESTEIGT DEN MONT VENTOUX! erschien 2021, 2025 folgte La passerella di Amelie, welcher zum Max Ophüls Filmfest eingeladen wurde. Darüber hinaus kuratiert er Ausstellungen an der Schnittstelle von Literatur, Performance und Installation und entwickelt gemeinsam mit der Künstlerin Olga Hohmann performative Formate. Seine künstlerischen Projekte kreisen um Fragen von Strukturwandel / Gentrifizierung, Community Building und Erinnerungskultur.

Foto Credit: Francesco Cuttitta
Jördis Triebel
Drei Wochen voller Ruhe, Inspiration und Konzentration – diese Artist Residency in Frankreich war für mich ein großes Geschenk. Ein wunderbares Haus, umgeben von Natur, die den kreativen Prozess leise begleitet.
Zeit, sich ganz der eigenen Arbeit zu widmen und gleichzeitig im Austausch mit anderen Künstlern neue Perspektiven zu entdecken. Ich gehe dankbar, inspiriert und bereichert. Danke für diesen besonderen Ort.
Jördis Triebel
Jördis Triebel zählt zu den renommiertesten deutschen Schauspielerinnen ihrer Generation. Nach ihrem Schauspielstudium an der Hochschule für Schauspielkunst "Ernst Busch" in Berlin begann sie ihre Karriere am Bremer Theater.
Ihre Vielseitigkeit und starke Präsenz machten sie rasch zu einer gefragten Darstellerin auf Bühne und Leinwand. Bis heute hat sie in über 75 Kino- und TV-Produktionen mitgewirkt und zahlreiche Auszeichnungen erhalten, darunter unter anderem den Deutschen Filmpreis für "Westen" (R: Christian Schwochow) und "In einem Land, das es nicht mehr gibt" (R: Aelrun Goette).
Neben ihren beeindruckenden Filmrollen brillierte sie auch in herausragenden Serien wie "Babylon Berlin" (R: Achim v. Borries, Henk Handloegten, Tom Tykwer), "Dark" (R: Baran bo Odar) und "Die Kaiserin" (R: Florian Cossen, Katrin Gebbe, Maximilian Erlenwein, Barbara Ott, Katharina Eyssen) die international gefeiert wurden. 2025 war sie als Hauptdarstellerin in der Miniserie "Marzahn Mon Amour" (R: Clara Zoë My-Linh von Arnim) zu sehen. 2026 wird auf Netflix die Serie "Kacken an der Havel" und auf Disney "City of Blood" mit Jördis Triebel in durchgehenden Hauptrollen veröffentlicht.

Foto Credit: Linda Rosa Saal
Julius Heinemann
“Die Zeit in Avelan war intensiv und ruhig zugleich. Der morgendliche Blick aus dem Fenster, den Hang hinauf in Richtung Lacoste, ist mir bis heute lebhaft vor Augen. Er steht sinnbildlich für eine Zeit voller Muse – fürs Lesen und Schreiben, fürs Malen und Nachdenken, ohne die zeitlichen Limitierungen und Unterbrechungen des Alltags; für kurze und lange Spaziergänge und neue Freundschaften, ausgedehnte Gespräche, gemeinsames Kochen und eine Fülle von Eindrücken in unendlichen Schattierungen von Grün, Beige, Gelb, Braun, Weiß und Blau.“
Julius Heinemann
Julius Heinemann untersucht in seinen Arbeiten die physischen, neurologischen und kulturellen Strukturen, die der Wahrnehmung von Welt traditionell zugrunde liegen. Das Verhältnis zwischen dem Akt des Sehens und der Bewegung des Körpers im Raum verdeutlicht den subjektiven Charakter individueller Wahrnehmung, die Konstruktion von Realität und die Interaktion mit Anderen (Subjekten wie Objekten).
Basierend auf der Untersuchung von Raum und Zeit und der Wahrnehmung von Farbe, Licht, Form und Linie, sucht Heinemann immer neue Wege um mit neuen abstrakten Werkzeugen und Mitteln die Wahrnehmung des Hier und Jetzt zu begreifen. Die einzelnen Elemente dieser Untersuchungen strukturiert der Künstler wie ein Vokabular, welches er in seinen Malereien, Zeichnungen, Installationen, Büchern und anderen Medien mit denen er experimentiert, durchspielt. Dieser Prozess dient als Ausgangspunkt, um neue Sichtweisen auf unser Menschsein – eine soziale, subjektive, individuelle Realität – zu ermöglichen.
Julius Heinemann studierte Fotografie an der Folkwang Universität der Künste, Essen sowie an der HGB Leipzig bevor er sich am Royal College of Art in London mit Bildhauerei befasste. Er erhielt zahlreiche Stipendien und wurde zu Künstlerresidenzen nach Brasilien, Mexiko und Italien eingeladen. Von 2017 bis 2018 war er Stipendiat an der Jan van Eyck Academy in Maastricht. Heinemann hat sein Werk sowohl deutschlandweit als auch international in Städten wie London, Madrid, São Paulo, Zürich, Mexiko-Stadt oder Antwerpen ausgestellt.
Während der Residenz beabsichtigt er, an Aquarellen zu arbeiten und ein Interviewprojekt zur Wahrnehmung der Gegenwart weiterzuentwickeln.

Foto Credit: Doro Zinn
Katja Oskamp
Ein verwunschenes Fleckchen Erde. Das explodierende Grün und seine heftigen Düfte. Der Gesang der Vögel. Ich habe jeden Morgen geschrieben in jenem paradiesischen Versteck in Südfrankreich. Am Nachmittag ein Spaziergang, manchmal ein kleiner Gruppenausflug. Wir hatten viel Raum, viel Zeit und viel Vergnügen. Haben zusammen gegessen, Wein getrunken, in den Sternenhimmel geschaut, herrliche Abende an großen Tischen. Zelal, Ricarda, Jan, Pola, Marion und ich. Nach vier Wochen wollte niemand von uns abreisen. Weil es so wunderschön war im Avelan.
Katja Oskamp
Katja Oskamp wurde 1970 in Leipzig geboren und ist in Berlin aufgewachsen. Sie studierte Theaterwissenschaft, arbeitete als Dramaturgin am Volkstheater Rostock, studierte am Deutschen Literaturinstitut. 2003 veröffentlichte sie den Erzählungsband Halbschwimmer, der von einer Kindheit und Jugend in der DDR handelt. Es folgten der Eheroman Die Staubfängerin und der Roman Hellersdorfer Perle, eine Liebesgeschichte im Plattenbau. Für den Bestseller Marzahn mon amour – Geschichten einer Fußpflegerin wurde sie mit dem Dublin Literary Award 2023 ausgezeichnet. Das Buch wurde als Serie für die ARD verfilmt. 2024 erschien der autofiktionale Roman Die vorletzte Frau.
In der Residenz wird Katja Oskamp an einem neuen Prosatext arbeiten

Foto Credit: Mathias Bothor
Marion Brasch
Die Zeit in Avelan war pure Magie. Die Großzügigkeit des Ortes, die Schönheit der Gegend, die Weite des Himmels, die Vögel am Morgen und der einsame Frosch in der Nacht – so viel anders kann es im Paradies auch nicht gewesen sein. Drei Wochen hier zu leben, zu arbeiten und dann auch noch Zeit mit Menschen zu verbringen, die von Fremden zu Freunden werden … ein Geschenk.
Marion Brasch
Geboren 1961 in Ostberlin. Nach dem Abitur arbeitete die gelernte Schriftsetzerin in einer Druckerei, bei verschiedenen Verlagen, beim Komponistenverband der DDR und fürs Radio. Seit Anfang der 2010er Jahre ist Marion Brasch schriftstellerisch tätig und hat mehrere Romane veröffentlicht, darunter Ab jetzt ist Ruhe. Roman meiner fabelhaften Familie, auf dem der Dokumentarfilm Familie Brasch von Annekatrin Hendel basiert und der auch Hintergrund für Andreas Kleinerts preisgekrönten Kinofilm Lieber Thomas war.
Neben ihrer schriftstellerischen Tätigkeit arbeitet Marion Brasch für’s Theater, hat das Leben ihrer drei verstorbenen Künstlerbrüder auf die Bühne des Deutschen Theaters gebracht, ihr Kinderbuch Winterkind und Herr Jemineh zu einem Stück gemacht und die Story des legendären DDR-Jugendradiosenders DT64 zu einer theatralen Zeitreise verdichtet.
Marion Brasch hostet den Podast Wie war’s vom Berliner Ensemble und den Kulturtalk aus dem Radioeins-Studio im Bikini.

Vorhaben während des Aufenthalts
Erster Entwurf für einen Roman über eine Wiener Jüdin, die im Londoner Exil davon träumt, nach dem Krieg Schauspielerin zu werden, jedoch in einer Neubausiedlung in Karl-Marx-Stadt endet. Eine magisch-realistische Erzählung, angelehnt an die Geschichte meiner Mutter.

Foto Credit: Moritz Haase
Necati Öziri
Um zu schreiben und zu arbeiten, brauche ich Stille. In Avelan herrscht eine der schönsten Formen der Stille: lange Spaziergänge, auf denen man vor allem Schafen begegnet, ein ruhiger Garten, in dem man Pflanzen wortwörtlich beim Blühen zusehen kann, und ein riesigen Haus mit genug Raum für all die Gedanken, denen man beim Schreiben halt so nachgehen muss. Ich bin sehr dankbar für diese besondere Zeit, die Gastfreundschaft, die wertvollen Begegnungen mit den anderen Künstler*innen und für die gemeinsamen Erinnerungen, die ich mit nach Berlin nehme.
Necati Öziri
Necati Öziri, geboren im Ruhrgebiet Deutschland, hat Philosophie, Germanistik und Neue Deutsche Literatur in Bochum, Istanbul und Berlin studiert. Er war Stipendiat der Heinrich-Böll-Stiftung und unterrichtete an der Ruhr-Universität Bochum formale Logik, bis er feststellte, dass Logik die Welt nicht besonders gut beschreibt. Von 2014-2017 war er Dramaturg am Maxim Gorki Theater, davon zwei Jahre künstlerischer Leiter des Studio Я. Als Kurator leitete er zudem das Internationale Forum des Theatertreffens der Berliner Festspiele. Als Theaterautor schreibt er für das Maxim Gorki Theater, das Nationaltheater Mannheim, wo er zudem Hausautor war, und das Schauspielhaus Zürich. Bei den 45. Tagen der deutschsprachigen Literatur (Ingeborg-Bachmann-Preis) gewann er den Kelag-Preis und den Publikumspreis. Sein Roman Vatermal (Ullstein/Claassen 2023) wurde für den Deutschen Buchpreis nominiert (Shortlist), mit dem Literaturpreis Ruhr, dem Hölderlin-Förderpreis ausgezeichnet und im deutschsprachigen Raum bereits von drei Theatern inszeniert. Öziri lebt und arbeitet in Berlin.

Foto Credit: SebnurTansu Kayaalp
Paulina Czienskowski
"Vermutlich war es kein Zufall, dass mir May Sartons Buch „Plant Dreaming Deep“ während meines Aufenthalts in Avelan in die Hände fiel: I „first close myself away, and then, and only then, open to that other tide, the inner life, the life of solitude, which rises very slowly until […] I am open to receive whatever it may bring. […] Solitude itself is a way of waiting for the inaudible and the invisible to make itself felt. And that is why solitude is never static and never hopeless.“ Ich bin zutiefst dankbar für die Großzügigkeit, die ich an diesem Ort erfahren durfte – das Haus, die Natur und ihr Klang – eine magische Zeit voller Verbindungen. Verbindungen mit mir selbst und mit den anderen Fellows, die dem Alleinsein eine ganz eigene Schönheit verliehen haben."
Paulina Czienskowski
Paulina Czienskowski lebt und arbeitet als freie Autorin in Berlin, wo sie geboren und aufgewachsen ist. 2018 erschien der Erzählband „Manifest gegen die emotionale Verkümmerung“ (Korbinian Verlag), 2020 ihr Debütroman „Taubenleben“ (Blumenbar), der auf der Shortlist für den EU-Literaturpreis stand. Es folgten weitere Erzählungen, Beiträge in verschiedenen Anthologien sowie Hörspiele und Essays für Deutschlandfunk Kultur. „Dem Mond geht es gut“, ihr zweiter Roman, erschien 2025.
Während der Residenz wird sie u.a. an einem Langgedicht arbeiten.

Foto Credit: Valentin Hansen
Pola Sieverding
Irgendwo zwischen Grey Gardens und La Piscine liegt Avelan. Die Ruhe dort ist aufregend, die Stille nie leise, die Nächte sind nicht lang, aber tief; Dora Maar und Marquis de Sade die Geister der Gegend. Ich kam von der Begegnung mit dem Tod am Nachmittag in der Arena in Arles in eine Gemeinschaft Fremder, die Freunde wurden, an diesen magischen Ort, an dem man den Dingen und Gedanken auf die Spur kommt.  Danke, Oliver, Carolina, Eva, Jonathan, Katja, Marion, Ricarda, Jan und Zelal – für diesen Frühling
Pola Sieverding
Pola Sieverding ist Künstlerin und Kuratorin. Sie studierte an der Carnegie Mellon University in Pittsburgh, am Surikov-Institut in Moskau und schloss als Meisterschülerin an der Universität der Künste Berlin ab. In Fotografie, Film und Video entwickeln ihre Arbeiten eine vielschichtige Bildsprache, in der der Körper – menschlich wie nicht-menschlich – als Medium historischer Narrative und gesellschaftlicher Diskurse erscheint. Zentral ist dabei die Metapher von Skin und Screen, von Haut und Projektionsfläche, die auch Architekturen, Pflanzen oder Tiere einschließt. Ihre Arbeiten wurden international ausgestellt, u. a. in New York, Los Angeles, Berlin, Lissabon, Seoul, Wien, Dubai und Quito. Sie lehrte an der Akademie der Bildenden Künste München sowie an der International Academy of Art Palestine und ist Gründungsmitglied der düsseldorf photo+ Biennale for Visual and Sonic Media, deren Künstlerische Leitung sie 2020, 2022 und 2024 mitverantwortete.
Während der Residency arbeitet sie an der fotografischen Serie Duende, in deren Mittelpunkt die Figur des Toreros steht. Die Arbeit nähert sich der Corrida als ritualisierter Begegnung von Mensch und Tier und konzentriert sich auf einzelne Momente von Bewegung, Sinnlichkeit sowie die Präsenz von Leben und Tod.

Foto Credit: Jost Wischnewski
Ricarda Messner
Ich habe versucht Worte für den Monat in Avelan zu finden, doch es gelingt mir nicht wirklich den Ort zu beschreiben, was dieser mit mir gemacht hat. Noch nie habe ich über einen so langen Zeitraum einen derart klaren Himmel gesehen, der meinen Kopf jeden Abend in den Nacken legte. „O Stern, von fern erblick ich dich, Und aus der Nähe grüß ich dich, Ich schlag dir ins Gesicht und spuck dir in den Mund. O Stern, laß ihn nicht sterben mir, Hilf, daß er wiederkehret Und immer bleibt bei mir.“ Für immer dankbar für die Verbindungen und Begegnungen mit den anderen Stipendiat:innen, den Tierwesen und den Sternen, an die ich mich wenden konnte.
Ricarda Messner
Ricarda Messner ist Mitbegründerin und Herausgeberin des Flaneur Magazins, das sich pro Ausgabe einer Straße in einer anderen Stadt widmet und dort Verbindungen sichtbar macht, die sonst oft übersehen oder überschrieben werden. Seit 2013 sind neun Ausgaben erschienen. Über die Jahre hat das Magazin zudem mit unterschiedlichen Formaten experimentiert, darunter ein eintägiges Festival im Haus der Kulturen der Welt sowie Live-Audio-Performances. Wo der Name wohnt ist ihr Debütroman (2025, Suhrkamp), für den sie das Alfred-Döblin-Stipendium und den Literaturpreis Fulda erhielt. Während der LOA-Residenz wird Ricarda Erzählungen nachgehen, die versuchen die Liebe heraufzubeschwören.

Foto Credit: Diana Pfammatter
Timo Feldhaus
„Avelan war grandios! Die Villa, der Garten, die Spaziergänge mit den anderen. Manchmal dachte ich daran, dass vor 1500 Jahren ja wirklich schon einige Römer in dem Haus zusammen saßen und leise über das Leben sprachen. Die Mischung aus Menschen in diesem weltabgewandten Frühling war absolut gelungen, schon bald setzte eine Magie ein, die uns glaube ich alle überrascht hat. Eines Tages haben wir im angrenzenden Wald sogar einen Wolf gesehen. Nicht nur daran werde ich noch oft zurückdenken.“
Timo Feldhaus
Timo Feldhaus ist Journalist und Schriftsteller. Er studierte Literaturwissenschaft, Soziologie und Komparatistik an der Freien Universität Berlin und ist bekannt für seine essayistischen und oft persönlichen Texte zu Kunst, Musik, und Literatur sowie politischen und sozialen Themen, die in Publikationen wie Monopol, Süddeutsche Zeitung, Zeit Online oder De:bug erscheinen. 2022 veröffentlichte er den Roman „Mary Shelleys Zimmer“ im Rowohlt Verlag, ein historisches Panorama auf dem Höhepunkt der ersten modernen Klimakatastrophe, das um den Ausbruch des Vulkans Mount Tambora im Jahr 1816 und die Entstehung von Mary Shelleys „Frankenstein“ kreist. Feldhaus’ Interesse gilt den Grenzen zwischen Literatur und Sachbuch, dazu verbindet er historische Recherchen mit erzählerischer Technik. In der LOA-Residenz wird er an einem Roman arbeiten, der sich mit der eigenen Geschichte und der seines Großvaters auseinandersetzt. Es handelt von Wut und Westdeutschland, vom Krieg und dem friedlichsten Land der Erde. Mit seiner Familie lebt er in Berlin.

Foto Credit: Maurin Dietrich
Zelal Yeșilyurt
„Wie absurd schön Avelan ist. Ich bin die Hügel runtergekullerrt und es war trotz Ganzkörper-Allergiereaktion sehr erhaben. So viel Grün!“
Zelal Yeşilyurt
Zelal Yeşilyurt (*2000 in Berlin) ist eine intermedial und interdisziplinär arbeitende Regisseurin, Autorin und Dramatikerin. Sie arbeitet zwischen den Darstellenden Künsten, Installation, Lyrik und Prosa. Erste künstlerische Erfahrungen sammelte sie am Jugendtheater P14 der Volksbühne und mit der Performancegruppe She She Pop. Nach einem kurzen Studium der Kultur- und Sozialwissenschaften in Berlin studierte sie Angewandte Theaterwissenschaft in Gießen und später Szenisches Schreiben an der Universität der Künste Berlin, wo sie 2024 abschloss. 2024 wurden ihre Stücke I’m a girl you can hold IRL und Cyberangel im Maxim Gorki Theater Berlin uraufgeführt, beide unter eigenen Regie. Im Januar 2026 erfolgte ebenda die Uraufführung ihres Stückes I LOVE ZELAL, erneut unter eigener Regie. Ihr Prosadebüt Molotov Cocktail Dress erscheint bei Korbinian Verlag. Ihre Texte erschienen in Das Wetter, BELLA triste und Tegel Media. Sie schreibt und arbeitet auf Deutsch und Englisch.
In der Residenz wird sie an einem Roman sowie an einem Langform Lyrikprojekt arbeiten.

Foto Credit: Greta Markurt